Kommentar zu Nora Roberts "Sternentrilogie"

Sternenregen, Sternenfunken, Sternenstaub

Kontext

Letztes Jahr im Juli fand die Auswahl meiner Urlaubslektüre eher zufällig und überstürtzt statt. Ich habe doch tatsächlich im Supermarkt aus dem Bestsellerangebot gewählt. Nach ungefähr zehn Klappentexten wurden schnell drei Exemplare auserkoren. 

Helenas Geheimnis von Lucinda Riley

und

Sternenregen von Nora Roberts

waren zwei davon. An den dritten Titel erinnere ich mich nicht mehr, aber er liegt in der freudigen Erwartung diesen Sommer gelesen zu werden im Nachttisch des Ferienhauses. Bestimmt werde ich also in naher Zukunft darüber hier berichten.

 

Sternenregen hat mich besonders angesprochen, weil es auf Korfu spielt und ich dort einen wunderbaren Urlaub mit meiner besten Freundin verlebt habe. Auch der Mix von Realität und Fantasy klang interessant.

Vorsicht Spoiler

Worum geht es in der Geschichte?

Vor langer Zeit wurden drei Glückssterne dreier Göttinnen von deren böser Schwester verflucht und konnten nicht gerettet, aber versteckt werden. Nun sucht die böse Göttin die Sterne um alle Welten in Dunkelheit zu stürzen. Im Namen der drei Göttinnen versuchen sechs Erdlinge die Sterne vor ihr ausfindig zu machen um entsprechend alle Welten zu retten.

In den drei Bänden begleiten wir den Sechsertrupp auf seiner Mission.

 

Nun beginnt das große Spoilern. Obwohl - eigentlich gar nicht so viel und nichts, was nicht sowieso schon schnell abzusehen ist, aber wer lieber ganz unschuldig alles selbst entdecken will, sollte den nächsten Absatz besser überspringen und nur noch kurz ins Résumé reinlesen.

 

 

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Pro Buch findet sich ein Stern und ein Liebespaar. Was sternetechnisch Sinn macht, fand ich hinsichtlich des romantischen Spannungsbogens zu vorhersehbar und daher etwas langweilig.

Von Corfu geht es nach Capri und die Geschichte endet an der irischen Küste.

Die sechs Hauptfiguren sind ein intellektueller Sunnyboy (Magier), der abenteuerliche Junge von nebenan (Zeitreisender), die harte Nuss (unsterblich), die schüchterne Künstlerin (Seherin), die naive Schönheit (Meerjungfrau) und die wissenschftliche Karrierefrau (Werwolf). Nicht die schlechteste Auswahl, aber meiner Meinung nach doch ein Bisschen zu typisch.

Eintönig und etwas nervig fand ich, dass es dauernd Wein und Bier gibt, die Tischdeko und der Haushaltsplan fast so großen Anteil haben wie die Landschaftsbeschreibung und dass das Hauptthema, der Kampf um die Sterne, von Buch zu Buch oberflächlicher dargestellt wird. Oder hier geht der innere Fantasyfan mit mir durch und ich hatte einfach die falsche Erwartung. Ein Liebesroman mit einer Prise Magie und Fabelwesen ist halt kein Epos, will wahrscheinlich auch gar keiner sein.

 

Was ich unbedingt noch erwähnen MUSS ist wie sehr mir der übermäßig genutze Terminus "sich zu ungekannten Höhen aufschwingen" auf den Keks ging. Voila, jetzt hab ich euch einen Lesewurm in den Kopf gesetzt!

Résumé

Der erste Band erschien in Deutschland am 19.Juni 2016, der zweite am 16.Januar 2017 und der dritte am 18.Juli 2017.

Auf dem ersten Buch prangte bereits der Sticker "Der Auftakt der neuen Bestseller-Trilogie"!

Die englischsprachigen Erstausgaben erschienen in den USA von November 2015 bis Dezember 2016.

 

Das erste Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ließ sich zügig lesen und es wurden viele Geheimnisse aufgedeckt, es gab ein paar Überraschungen und ich hab genug mitgefiebert um enttäuscht zu sein als ich erfuhr, dass der zweite Teil erst fünf Monate später erscheinen würde.

Den ersten Band habe ich also noch ein zweites Mal gekauft und meiner Urlaubsfreundin geschenkt.

 

Das zweite Buch lies sich gut durchlesen, Nora Roberts hält Aktion und Beschreibung in Balance und die Erzählperspektiven wechseln konzentrationsfördernd. Allerdings fühlte sich mein kleiner innerer Fantasyfan hier bereits halbherzig abgespeist.

Die fünf Monate bis zum dritten Teil störten mich schon gar nicht mehr.

Ich hab der Urlaubfreundin den zweiten Teil nicht geschenkt, nur ausgeliehen.

 

Das dritte Buch macht die Geschichte schön rund und beantwortet (mehr oder weniger) befriedigend die letzten Fragen. Die Überraschungen blieben seicht und das Happy End war gar zu happy für meinen Geschmack.

Ich warte nun ab, ob die Urlaubsfreundin den dritten Teil ausgeliehen haben möchte oder ob sie schon im zweiten abspringt.

 

Insgesamt schnelles, unterhaltsames Lesevergnügen. Tatsächlich nett für zwischendurch. Trotzdem werde ich diese Sternentrilogie nicht inbrünstig weiterempfehlen oder in mein heiliges Bücherregal einziehen lassen.

 

Allerdings haben die halbfantastische Schreibe und der Handlungsort von "Sternenstaub" mich daran erinnert, dass ich noch ein Buch im Regal habe, dass schon lange gelesen werden will.

 

Vorschau:

"Faery Tale" von Signe Pike kommt gleich mit ins Bett, obwohl sich auf dem Nachttisch schon alle HarryPotter Bänder gestapelt haben um tatsächlich endlich mal gelesen zu werden!


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